Als erster Schritt erfolgt die vollständige Erfassung aller Belastungen und Drehzahlen. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl alle Axial- und Radialbelastungen, als auch alle sich ergebenden Kippmomentbelastungen berücksichtigt werden. Es ist wichtig, auch diejenigen Belastungen zu berücksichtigen, die sich aus Extremsituationen, wie hohe Windlasten, Aufrichtbelastungen, möglichen Schräglagen usw. ergeben können.Des weiteren sind Stoßfaktoren und erforderliche Sicherheiten mit zu berücksichtigen.
Je nach Anwendung und Anforderung ist die ein- oder andere Baureihe besser geeignet. Um eine optimale Auswahl zu treffen, sollte die nachfolgenden Tabelle zur Bestimmung der geeigneten Baureihe herangezogen werden.
Anhand des statischen Grenzlastdiagramms muß überprüft werden, ob die vorhandenen Kräfte einschließlich der zu berücksichtigenden Sicherheiten die zulässigen Belastungen der Laufbahn nicht überschreiten.Der Lastfall muß einschließlich der Stoßfaktoren, den geforderten Sicherheiten und der eingerechneten Radialbelastung im zulässigen Bereich der Laufbahnkurve und die vorhandenen Drehzahlen unterhalb der Grenzwerte liegen. Befindet sich der Lastfall oberhalb der Kurve, ist die nächste Größe oder eine stärkere Baureihe zu wählen. Liegt die vorhandene Drehzahl über dem Grenzwert ist die nächst kleinere Baugröße oder eine andere Baureihe mit höheren Grenzwerten zu wählen.
Im gleichen Grenzlastdiagramm wird auch überprüft, ob der ermittelteLastpunkt unterhalb der Schraubenkurve liegt. Der Lastfall muß dieStoßfaktoren, die geforderten Sicherheiten und die eingerechnetenRadialbelastung beinhalten. Liegt der Lastfall oberhalb der Kurve,ist die nächste Größe oder eine stärkere Baureihe zu wählen. Weitermuß nach der Gleichung geprüft werden, ob Reibschlußvorhanden ist.
Mit der maximalen vorhandenen Zahnkraft muß überprüft werden, ob die Verzahnung ausreichend dimensioniert ist. Wurde die vorhandene maximale Zahnkraft aus dem Reibmoment unter der maximalen Belastung ermittelt, sollte dieser Wert vor dem Vergleich mit dem Tabellenwert verdoppelt werden. Werden entsprechende Massen beschleunigt oder verzögert, so sind entsprechende Drehmomente zu berücksichtigen.
Wenn alle Werte der ausgewählten Drehverbindung im zulässigen Bereich liegen, ist die Drehverbindung einsetzbar. Abschließend ist Ihre Auswahl durch unsere Anwendungstechnik zu bestätigen.
Bei hohen Einschaltdauern oder Dauerbetrieb wird empfohlen, eine Lebensdauerberechnung durch unsere Anwendungstechnik durchführen zu lassen.
Anwendung: Kran mittlerer BetriebLastdaten: Axiallast Fax = 268 kNRadiallast Frad = 47 kN Kippmoment Mk = 670 kNmZahnkraft Fz = 63 kNmax. Drehzahl n = 1.3 1/min
Besondere Forderungen:Ausführung innenverzahnt keine besondere Genauigkeiterforderlich. Durchmesserbereich ca. 1500 mmzusätzliche Sicherheit S0 = 1.1
Aus der Tabelle der fa - Werte ergibt sich fa = 1.25 für Kranemittlerer Betrieb, damit erhält man:Vorauswahl Reihe 125 Position 9 12-25 1255/1-03250
FaxD 268 • 1.25 • 1.1 = = 368.50 kN
Ablesen des Lastpunktes im Grenzlastdiagramm.
Grenzlastdiagramm Reihe 125
Nach dem Grenzlastdiagramm ist die vorausgewählte Type nicht verwendbar. In dieser Baureihe findet sich auch keine andere verwendbare Drehverbindung.Die neue Vorauswahl ist die Type 32-20 1400/2-06760.
Bei der Baureihe 320 wird die Radialbelastung nicht in MkD berücksichtigt, sondern gegen die radiale Tragzahl gerechnet.
Grenzlastdiagramm Reihe 320
Die ausgewählte Drehverbindung 32-20 1400/2-06760 liegt im zulässigen Bereich, es kann auch die nächst kleinere Baugröße verwendet werden.Statische Sicherheit der Radialreihe (C0rad = 698 kN) unter der Radiallast und der Radialkomponente der Zahnkraft:
Die zulässige Zahnkraft fz max beträgt 269 kN und liegt deutlich über der vorhandenen Zahnkraft Fz von 63 kN.Die zulässige Drehzahl beträgt bei dieser Type:n zul = 20000 / 1400 = 14.3 1/minund liegt deutlich über der vorhandenen Drehzahl von 1.3 min-1
Damit ist die Überprüfung abgeschlossen und die Auswahl sollte mit Angabe der Belastungen von IMO bestätigt werden.