Die statische Tragfähigkeit der Drehverbindung wird bestimmt durch:
Das Grenzlastdiagramm zeigt die zulässigen Axial- und Kippmomentbelastungen für die jeweilige Baugröße auf. Jeder Lastfall muß einschließlich der geforderten oder empfohlenen Sicherheit unter der Grenzlastlinie der ausgewählten Drehverbindung liegen.
Die Grenzlastdiagramme gelten unter folgender Voraussetzung:
Um den Besonderheiten der verschiedenen Anwendungen gerecht zu werden, sind folgende Anwendungsfaktoren in den vorhandenen Belastungen mit zu berücksichtigen:
Die nachfolgende Tabelle soll Anhaltswerte für die erste Auswahl und Überprüfung einer Drehverbindung geben. Liegen kundenspezifische Spezifikationen, Klassifizierungen nach F.E.M., Berechungs- oder Auslegungsvorschriften von Abnahmegesellschaften vor, sind diese entsprechend zu berücksichtigen.
Tabelle 1: Anwendungsfaktoren
Bei Anwendungen mit höherer Einschaltdauer oder Dauerbetrieb wird eine Berechnung der Lebensdauer empfohlen, bitte sprechen Sie dazu unsere Anwendungstechnik an.
Die Anwendungsfaktoren und die erforderliche statische Sicherheit S0 sind für die vorhandenen Belastungen in den folgenden Gleichungen zu berücksichtigen:
FaxD = Fax • fa • S0
Zur Berücksichtigung der vorhandenen Radialbelastung wird dabei das Kippmoment entsprechend erhöht, dabei sind auch die Radialkomponenten aus der Verzahnung mit einzurechnen.
Diese Gleichung gilt nur wenn:
Sollte der Wert überschritten sein, ist das Grenzlastdiagramm nichtmehr gültig.Halten Sie bitte Rücksprache mit unserer Anwendungstechnik.
Für 3-reihige Rollendrehverbindungen (Baureihen 320 bis 350) wird die Radialbelastung gegen die statische radiale Tragzahl gerechnet und muß in MkD nicht berücksichtigt werden.
MkD = Mk • fa • S0 (Baureihe 320 bis 350)
Berechnungsbeispiel:
Anwendung:Schwenkvorrichtung für eine Baumaschine bei normalem Betrieb, keine zusätzliche Sicherheit S0 ( S0 = 1) gefordert.
Belastung:Axiallast 160 kNRadiallast 6 kNKippmomentbelastung 120 kNm
Drehverbindung: vorgewählt Baureihe 120 Type 10-20 0941/0-02062Mit einem Anwendungsfaktor von 1,25 ergeben sich folgende Werte:
FaxD = 160 • 1.25 = 200 kN
FradD = 6 • 1.25 = 7.5 kN
Jetzt kann im Grenzlastdiagramm überprüft werden, ob die vorgewählte Drehverbindung statisch ausreicht.
Liegt der Betriebslastpunkt unter der Grenzlastlinie ist die Drehverbindung statisch ausreichend dimensioniert. Treten die Belastungen häufig während des Schwenkens auf, sollte die ausgewählte Type dynamisch auf Lebensdauer nachgerechnet werden. Hierzu wenden Sie sich bitte an unsere Anwendungstechnik.